Dienstag, 21. April 2015

Accuray's InCise(TM) Multileaf-Kollimators für das CyberKnife® M6(TM)-System



Accuray startet die internationale Markteinführung des InCise(TM) Multileaf-Kollimators für das CyberKnife® M6(TM)-System



Accuray Incorporated gab heute bekannt, dass der InCise(TM) Multileaf-Kollimator (MLC) für das CyberKnife(®) M6(TM)-System jetzt außerhalb der Vereinigten Staaten in Märkten zur Verfügung steht, in denen er zum Verkauf zugelassen ist.


Der InCise MLC war bereits im Februar 2015 kommerziell in den Vereinigten Staaten eingeführt. Die internationale Markteinführung erfolgt nach dem erfolgreichen Abschluss der Evaluierung des InCise MLC durch das Erasmus MC Cancer Institute, Rotterdam, Niederlanden, der Evaluierungspartner der Firma Accuray.


Zwei Einrichtungen in den Vereinigten Staaten hatten bereits die erfolgreiche Evaluierung des InCise MLC abgeschlossen. Die von diesen Einrichtungen berichteten Hauptvorteile sind die Behandlungsmöglichkeiten für ein breiteres Spektrum an Tumoren als es mit Rundlochkollimatoren oder dem Iris(TM)-Kollimator möglich ist sowie die Fähigkeit, die Behandlung mit erheblich gesteigerter Effizienz durchzuführen.


 Der InCise MLC wird auf der Tagung der Europäischen Gesellschaft für therapeutische Radiologie und Onkologie (ESTRO) in Barcelona, Spanien, vom 24. bis 27. April 2015, ausgestellt werden.


"Wir setzen die Verbesserung unserer erfolgreichen CyberKnife M6-Systemplattform durch die Einführung des InCise MLC kontinuierlich fort. Mit der Ergänzung durch den InCise MLC wird die Funktionalität des M6-Systems erweitert, indem die Behandlungszeiten signifikant gesenkt werden und seine Einsatzvielfalt ausgedehnt wird, da das Spektrum von Patienten und Tumoren, die behandelt werden können, sich vergrößert", sagte Joshua H. Levine, Präsident und Chief Executive Officer von Accuray.


"Wir sind davon überzeugt, dass Mediziner mithilfe des M6 und zusammen mit dem MLC, die Behandlung von Tumoren durchführen können, die sie früher möglicherweise mit SBRT für nicht therapierbar hielten, und zwar effizienter und mit präziser Dosisapplikation."


Der InCise MLC ist der weltweit erste Multileaf-Kollimator, der auf einer Robotikplattform - dem CyberKnife M6-System - zur Verfügung steht. Das robotergesteuerte Design des Systems ermöglicht Medizinern, die besten Bestrahlungswinkel zum Eintritt in und Austritt aus dem Körper zu finden.


So wird die Dosisapplikation auf das Zielvolumen maximiert und gleichzeitig die Strahlenbelastung des gesunden Gewebes minimiert. Durch das robotergesteuerte Design kann das System in Echtzeit das Zielvolumen automatisch erfassen und verfolgen, unabhängig von möglichen Patienten- und Tumorbewegung.


Das CyberKnife M6-System kann zur Behandlung von Tumoren im gesamten Körper eingesetzt werden, einschließlich Prostata, Lunge, Gehirn, Wirbelsäule, Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren. Es kann Patienten Behandlungsalternativen für inoperable oder chirurgisch komplizierte Tumoren geben, oder ist für diejenigen geeignet, die eine klinisch effektive, aber nicht-chirurgische Behandlungsmöglichkeit vorziehen.



Über Accuray Accuray Incorporated ist ein Unternehmen im Bereich der Radioonkologie, das innovative Lösungen zur präzisen Bestrahlung von Tumoren entwickelt, produziert und zum Verkauf anbietet. Die Systeme setzen Standards in der medizinischen Versorgung und verfolgen die Zielsetzung, den Patienten ein längeres und besseres Leben zu ermöglichen. Die Spitzentechnologien des Unternehmens decken das gesamte Behandlungsspektrum der Strahlungstherapie und Radiochirurgie ab.


Safe-Harbor-Erklärung In dieser Pressemitteilung gemachte und nicht auf historischen Fakten beruhende Aussagen sind zukunftsorientierte Aussagen im Sinne der "Safe Harbor"-Bestimmungen des Private Securities Litigation Reform Act von 1995.


Zukunftsorientierte Aussagen in dieser Pressemitteilung beziehen sich auf, sind aber nicht beschränkt auf, Vorsprung durch neue Technologie, klinische Applikationen, klinische Ergebnisse, Patientenergebnisse und die Führungsposition von Accuray in der Innovation von Radioonkologie und Technologien.


Zukunftsorientierte Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass tatsächliche Ergebnisse substanziell von den Erwartungen abweichen. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem die fehlende Annahme unserer neuen Produktangebote auf dem Markt sowie Risiken, die unter der Überschrift "Risk Factors" in dem vom Unternehmen auf Formular 10-K am 29. August 2014 eingereichten Bericht, den Unternehmensberichten auf Formular 10-Q am 7. November 2014 und 6. Februar 2015 und weiteren bei der SEC eingereichten Berichten des Unternehmens beschrieben werden.


Zukunftsorientierte Aussagen spiegeln nur den Kenntnisstand zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung wider und basieren auf den dem Unternehmen zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen und/oder im guten Glauben gemachten Aussagen der Geschäftsleitung im Hinblick auf zukünftige Ereignisse.


Sofern nicht gemäß geltendem Wertpapierrecht erforderlich, übernimmt das Unternehmen keinerlei Verpflichtungen, diese zukunftsorientierten Aussagen aufgrund von Veränderungen bei tatsächlichen Leistungen oder Ergebnissen, Veränderungen in Annahmen oder anderer einflussnehmender Faktoren zu aktualisieren. Investoren sollten dementsprechend kein unangemessenes Vertrauen in jegliche zukunftsorientierte Aussagen setzen.



-ots - Logo Accuray

Mittwoch, 19. Februar 2014

Kernspin statt CT/PET: Tumorstaging ohne Strahlenrisiko gleichwertig

Photo dpa


Eine Kernspintomographie mit dem Kontrastmittel Ferumoxytol könnte künftig eine Krebsdiagnostik ohne Strahlenbelastung ermöglichen.

In einer ersten Vergleichs­studie in Lancet Oncology (2014; doi: 10.1016/S1470-2045(14)70021-X) war die neue Untersuchung dem derzeitigen Standard eines kombinierten CT/PET-Scans beim Staging pädiatrischer Tumoren gleichwertig.

Weitere Informationen hier

Mittwoch, 12. Februar 2014

Nanomotoren im Zellinneren erstmals getestet

Forscher wollen Wirkung von Medikamenten erheblich verbessern


Unter dem Mikroskop: Nanomaschinen im Inneren von Zellen (Foto: psu.edu)



Wissenschaftler der Penn State University http://psu.edu haben erstmals winzige Motoren im Inneren menschlicher Zellen angebracht und sie magnetisch gesteuert. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung molekularer Maschinen, die zum Beispiel dafür eingesetzt werden können, Medikamente gezielt an bestimmten Stellen des Körpers freizusetzen.


Nebenwirkungen verringern


Dieser Forschungsansatz ist interessant, da die Wirkung von Medikamenten verbessert und gleichzeitig die Nebenwirkungen verringert werden können. Die raketenförmigen Metallpartikel werden durch Ultraschallimpulse angetrieben. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin Angewandte Chemie International Edition http://bit.ly/MKhWfl veröffentlicht.


Laut dem leitenden Wissenschaftler Tom Mallouk können sich die Nanomotoren bewegen und im Inneren von Zellen an Strukturen stoßen. "Die lebenden Zellen zeigen dabei mechanische Reaktionen, die noch niemand zuvor gesehen hat. Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass es möglich sein könnte, synthetische Nanomotoren für eine neuartige Erforschung der Zellbiologie einzusetzen."


Bis jetzt wurden Nanomotoren nur in vitro eingesetzt, aber nicht in lebenden Zellen. Bei einem nur niedrigen Einsatz von Ultraschall hatten die Nanomotoren nur geringe Auswirkungen auf diese Zellen. Wurde die Energiezufuhr erhöht, begannen sich die Nanomotoren zu bewegen und stießen an Organellen, also an Strukturen im Inneren der Zellen, die spezifische Funktionen erfüllen.


Einsatz zur Krebsbekämpfung


Die Nanomotoren konnten eingesetzt werden, um die Inhalte der Zelle grundsätzlich zu homogenisieren oder auch als eine Art Rammbock die Zellmembrane zu durchstechen. Laut Mallouk ist es denkbar, Nanomotoren zur Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten einzusetzen, indem die Zellen vom Inneren aus mechanisch manipuliert werden. Zusätzlich könnten Nanomotoren intrazellulär für chirurgische Eingriffe eingesetzt werden und Medikamente schonend an lebendes Gewebe abgeben.


Es zeigte sich auch, dass sich die Nanomotoren autonom, also unabhängig voneinander, bewegen konnten. Diese Fähigkeit wird für spätere Anwendungen von Bedeutung sein. Autonome Bewegungen könnten den Nanomotoren dabei helfen, selektiv Zellen zu zerstören, die sie umgeben. "Sollen diese Motoren zum Beispiel Krebszellen aufsuchen und zerstören, dann ist es ein Vorteil, wenn sie sich unabhängig voneinander bewegen können. Es würde keinen Sinn machen, wenn sich sehr viele dieser Motoren in eine Richtung bewegen", so Mallouk.




Michaela Monschein-

Donnerstag, 29. August 2013

Menschliche Gehirne in Miniaturgröße gezüchtet

Entwicklung im Labor entspricht der eines neun Wochen alten Fötus




Querschnitt eines vollständigen cerebralen Organoids



Gehirne in Miniaturgröße hat das Institut für Molekulare Biotechnologie http://de.imba.oeaw.ac.at im Labor hergestellt. Das könnte das Verständnis neurologischer Erkrankungen verändern.


Die erbsengroßen Strukturen erreichten den gleichen Entwicklungstand wie ein neun Wochen alter Fötus. Sie sind jedoch nicht in der Lage, Gedanken zu formulieren. Die in Nature veröffentlichte Studie wurde bereits eingesetzt, um neue Einblicke in seltene Krankheiten zu erhalten.



Nach acht Wochen vier Millimeter groß



Das menschliche Gehirn gilt als eine der komplexesten Strukturen des Universums. Jetzt wurden die frühesten Stadien der Entwicklung dieses Organs im Labor nachgebildet. Dafür wurden weder embryonale Stammzellen noch Hautzellen von Erwachsenen eingesetzt.


Konkret wurde jener Teil des Embryos hergestellt, der sich in das Gehirn und das Rückenmark entwickelt, also das Neuroektoderm. Es wurde in winzige Tropfen eines Gels platziert, um dem Gewebe für das Wachstum ein Gerüst zu geben. In einem nächsten Schritt wurde es in einen sich drehenden Bioreaktor gegeben, in eine Lösung aus Nährstoffen und Sauerstoff.


Es gelang den Zellen zu wachsen und sich selbst in verschiedene Regionen des Gehirns zu organisieren. Dazu gehörten die Großhirnrinde, die Retina und in seltenen Fällen sogar ein früher Hippokampus, der bei einem voll entwickelten Gehirn eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung des Gedächtnisses gespielt hätte.


Laut den Forschern entspricht diese einem Gehirn sehr ähnliche, aber nicht perfekte Struktur, dem Gehirn eines Fötus im Alter von neun Wochen. Die maximale Größe der Struktur lag nach zwei Monaten bei rund vier Millimetern.



Keine Blutversorgung, nur Gehirnmasse


Die Minigehirne überlebten fast ein Jahr, wuchsen jedoch nicht mehr weiter. Es gibt keine Blutversorgung, sondern nur Gehirnmasse. Das bedeutet auch, dass die Nährstoffe und der Sauerstoff nicht in das Innere der Struktur gelangen können. Laut Jürgen Knoblich, einem der Autoren der Studie, sind diese organoiden Strukturen ideal für die Erstellung von Modellen der Entwicklung des Gehirns. "Irgendwann würden wir uns gerne auch mit häufigeren Erkrankungen wie Schizophrenie oder Autismus beschäftigen. Sie werden erst bei Erwachsenen sichtbar. Es wurde jedoch bereits nachgewiesen, dass die zugrundeliegenden Defekte bei der Entwicklung des Gehirns eintreten."


Das Verfahren könnte auch dazu eingesetzt werden, Mäuse und Ratten in der Erforschung von Medikamenten zu ersetzen. Neue Behandlungsmöglichkeiten könnten direkt am Gewebe des Gehirns getestet werden. Wissenschaftlern ist es bereits in der Vergangenheit gelungen, Gehirnzellen im Labor herzustellen. Die aktuellen Studienergebnisse reichen jedoch am nächsten an die wirkliche Nachbildung eines menschlichen Gehirns heran.



 Michaela Monschein, (Foto: de.imba.oeaw.ac.at)

Montag, 10. Juni 2013

Protein ARC als Schlüssel für Gedächtnisverlust

Baustein fehlt bei Alzheimer-Patienten - Weitere Untersuchungen nötig

Hippokampus: Probleme beeinträchtigen das Gedächtnis (Foto: SPL)



Wissenschaftler der University of California http://ucsf.edu haben mehr über die Rolle eines wichtigen Gehirnproteins herausgefunden, das für die Umwandlung von Lernen in das Langzeitgedächtnis von entscheidender Bedeutung ist.


Das Team um Steve Finkbeiner schreibt in Neuroscience http://bit.ly/13snde0 , dass die weitere Erforschung des Proteins ARC neue Behandlungsmöglichkeiten für neurologische Erkrankungen bieten könnte. Dieses Protein könnte auch bei Autismus eine Rolle spielen.


Langzeitgedächtnis betroffen



Neue Studien haben ergeben, dass ARC in den Gehirnen von Patienten mit Alzheimer fehlt. Laut Finkbeiner, der das Projekt an den Gladstone Institutes http://gladstoneinstitutes.org geleitet hat, zeigt die Arbeit im Labor, dass die Rolle von ARC von entscheidender Bedeutung ist.


 "Forscher haben gewusst, dass ARC beim Langzeitgedächtnis eine Rolle spielt, da Mäuse, denen dieses Protein fehlte, zwar neue Fähigkeiten lernen konnten, sich aber am nächsten Tag nicht mehr an sie erinnerten."


Weitere Experimente lassen außerdem den Schluss zu, dass ARC ein Hauptregulator der Neuronen bei der Bildung des Langzeitgedächtnisses ist. Die Analyse erklärt, dass während der Bildung des Gedächtnisses bestimmte Gene in ganz bestimmten Augenblicken aktiviert oder deaktiviert werden müssen, um Proteine zu bilden, die den Neuronen dabei helfen, neue Erinnerungen zu speichern.


Grundlage für neue Therapien



Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ARC diesen Vorgang aus dem Inneren des Nucleus steuert. Finkbeiner zufolge können Menschen, denen dieses Protein fehlt, Probleme mit dem Gedächtnis haben.


Forscher haben vor kurzem entdeckt, dass ARC bei Alzheimer-Patienten im Hippokampus, dem Gedächtniszentrum des Gehirns, nur mangelhaft vorhanden ist. Es ist möglich, dass Störungen des homöostatischen Skalierungsvorgangs zu den Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten der Betroffenen beitragen können.


Die aktuelle Erhebung geht davon aus, dass Fehlfunktionen bei Produktion und Transport von ARC auch bei Autismus von entscheidender Bedeutung sein könnten. Beim Fragilen-X-Syndrom zum Beispiel, das eine häufige Ursache für geistige Behinderungen und Autismus ist, ist die Produktion von ARC in den Neuronen betroffen.


Die Wissenschaftler hoffen nun, dass eine weitere Erforschung dieses Proteins neue Erkenntnisse über die Krankheiten bringen und damit die Grundlagen für neue Behandlungsansätze liefern kann.



Michaela Monschein

Freitag, 11. Januar 2013

MedAustron bringt "Medizin und Forschung auf Weltniveau"

- Übergabe der Ionenquelle in Wiener Neustadt


In Wiener Neustadt entsteht mit MedAustron zur Zeit eines der modernsten Krebsbehandlungs- und Krebsforschungszentren der Welt. Am heutigen Freitag, 11. Jänner, kam es zur Übergabe der Ionenquelle, einer der wichtigsten Grundlagen für den Betrieb von MedAustron, das im Vollbetrieb rund 1.400 Patientinnen und Patienten neue Chancen im Kampf gegen den Krebs eröffnen soll.


   "MedAustron bedeutet für unser Land einen unglaublichen Schritt nach vorne in Sachen Wissenschaft und Forschung", betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Gespräch mit der Moderatorin der Veranstaltung, Mag. Nadja Mader-Müller.


Gleichzeitig könne man durch den medizinischen Fortschritt "tausenden Menschen Hoffnung geben", meinte Pröll, der auch die Bedeutung von MedAustron für zukunftsträchtige Arbeitsplätze und "die Zukunftsperspektive des Landes Niederösterreich" hervorhob.  Der Landeshauptmann: "MedAustron bringt Medizin und Forschung auf Weltniveau - und das ist auch ein ordentlicher Schub an Selbstbewusstsein für unser Land."


   Niederösterreich habe es sich zum Ziel gemacht, "innovativer als andere" zu sein, denn "wir wollen Niederösterreich zu einem Land der Talente und einer Region der Patente machen", so der Landeshauptmann.


   Niederösterreich sei ein Land, "das für Forschung und Wissenschaft unglaublich viel tut", sagte Wissenschaftsminister Dr. Karl-Heinz Töchterle im Zuge der Veranstaltung. Das Geld für MedAustron sei "hervorragend investiert", Wiener Neustadt werde "einen guten Klang in der Forschung bekommen", zeigte sich Töchterle überzeugt.


   "Innovation kann der Gesellschaft Gewinn bringen", sagte Prof. Dr. Rolf Dieter Heuer, Generaldirektor von CERN. Der Fortschritt in Wiener Neustadt sei "beeindruckend", so Heuer.


   "Wir werden eine Punktlandung machen, was Zeit und Kosten betrifft", informierte der Aufsichtsratsvorsitzende der EBG MedAustron, Mag. Klaus Schneeberger, über den Stand der Umsetzung dieses Projektes mit einer Investitionssumme von rund 200 Millionen Euro. Für Schneeberger ist MedAustron nicht nur "ein Symbol der Zukunft", sondern auch ein "Symbol der Hoffnung sowie ein Symbol der Medizin und der Forschung auf höchstem Niveau."


   Die Grundsteinlegung für MedAustron in Wiener Neustadt fand im Jahr 2011 statt, für 2015 sind erste Patientenbehandlungen geplant. Den Vollbetrieb wird MedAustron im Jahr 2020 aufnehmen. Weltweit existieren bisher nur drei derartige Ionentherapiezentren. Vom Fortschritt der Umsetzung von MedAustron kann man sich an diesem Wochenende bei "Tagen der offenen Tür" überzeugen.


   Niederösterreichische Landesregierung-

Mittwoch, 19. Januar 2011

Bald freie Arztwahl in ganz Europa - Nach langen Diskussionen

In der Regel wird der Patient auch weiterhin seine Rechnung zunächst selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse ihm das Geld zurückerstattet.


Die Arztbehandlung im EU-Ausland dürfte ab 2013 sehr viel einfacher werden.


Die Chemotherapie einer Belgierin in Luxemburg, der Zahnersatz für einen Franzosen in Ungarn oder die Lesebrille aus Spanien - die Behandlung im EU-Ausland dürfte ab 2013 sehr viel einfacher werden.


Kassen sollen wie im Inland zahlen

Nach jahrelangen kontroversen Debatten und Widerständen im Kreis der EU-Regierungen ist jetzt eine neue Richtlinie entscheidungsreif, über die das EU-Parlament an diesem Mittwoch abschließend abstimmt.

Darin ist verbindlich festgeschrieben, dass die Krankenkassen die Kosten der Behandlung tragen, die auch im Inland anfallen würden. Bei Krankenhausaufenthalten kann eine vorherige Genehmigung nötig werden.



Werden Wartezeiten kürzer?

Viele Kliniken und Ärzte in Mitteleuropa begrüßen die Regelung, da sie sich wegen des hohen Niveaus der Gesundheitsdienste zusätzliche Patienten aus den Nachbarländern versprechen.


EU-Gesundheitskommissar John Dalli betonte in der Debatte am Dienstag in Straßburg, dass besonders Patienten mit langen Wartezeiten für Operationen im eigenen Land von den neuen Bestimmungen profitieren könnten.


Vorteile sind auch für Grenzbewohner zu erwarten, für die der Weg zum Krankenhaus im Nachbarland kürzer ist als der zur nächsten Klinik im eigenen Land.

Die direkte Abrechnung über einen Gutschein hat das Parlament allerdings nicht durchsetzen können. In der Regel wird der Patient seine Rechnung zunächst selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse ihm das Geld zurückerstattet.


- DPA - aus Wort.lu

Donnerstag, 13. Januar 2011

Strahlenbelastung bei Röntgen-Krebsbestrahlung: Verletzen Ärzte bei 200.000 Patienten Aufklärungspflicht?

Strafrechtliche Verantwortung wegen Körperverletzung durch Ignorien neuer Methoden?


Interessant an diesem Artikel wäre zu wissen wie es sich jetzt in Luxemburg verhält!


Jährlich erkranken rund 460.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Bei etwa der Hälfte von Ihnen entscheiden die behandelnden Ärzte als Therapie auf eine Behandlung mit ionisierenden Röntgenstrahlen. Solche Behandlungen und die dabei erstellten Bestrahlungspläne sind gesetzlich streng geregelt und unterliegen der Strahlenschutzverordnung, die eine Verpflichtung zur Minimierung der Strahlenbelastung auch bei Heilbehandlungen zwingend vorschreibt.


Neu verfügbare Therapieformen wie die Protonentherapie verringern - bei mindestens gleicher Heilwirkung - die Strahlenbelastung im gesunden Gewebe auf unter ein Drittel. Wie ein neues Rechtsgutachten der internationalen Anwaltssozietät Clifford Chance nun feststellt, ist durch die behördliche Genehmigung dieser neuen Behandlungsmethode die ärztliche Verpflichtung entstanden, die Patienten vor einer Strahlenbehandlung in jedem Fall über die neuen Alternativen aufzuklären.


Darüber hinaus stellt das Gutachten fest, dass eine herkömmliche Röntgenbehandlung nicht mehr eingeleitet werden darf, wenn eine Protonentherapie verfügbar ist, weil diese beimindestens gleichem therapeutischen Nutzen eine geringere Strahlenexposition im Gesunden sichert. Nach ständiger Rechtsprechungmuss ein Heileingriff, um gerechtfertigt zu sein, nach den Regeln derärztlichen Verpflichtung zur bestmöglichen Behandlung ("lege artis") erfolgen. Verstöße gegen diese Voraussetzung begründen unter Umständen die Strafbarkeit des behandelnden Arztes wegen fahrlässiger Körperverletzung.


Aufgrund der größeren Schonung der Patienten und der höheren dreidimensionalen Zielgenauigkeit wird die Protonentherapie seit Jahrzehnten in den USA und Japan erfolgreich bei Krebstumoren durchgeführt. Seit nunmehr über einem Jahr steht auch in Europa das erste klinisch betriebene Protonen-Therapiezentrum für die Patienten offen: Das Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) in München. Eine ähnliche experimentelle Einrichtung besteht seit kurzem auch in Heidelberg am dortigen Universitätsklinikum.


Protonen-Therapie durch Länderpolitik zusätzlich behindert:

Baden-Württemberg zahlt, Bayern verhindert - Behandlungsausfälle mit ersten Todesfolgen


Die Bezahlung dieser Krebs-Behandlung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2007 (§ 116 b SGB V) bundeseinheitlich geregelt - dennoch gibt es eklatante Unterschiede bei der Umsetzung dieser bundeseinheitlichen Regelung auf Länderebene. Die zuständigen Ministerien in Bayern und Baden-Württemberg entscheiden völlig unterschiedlich. Dies hat enorme Auswirkungen auf Patienten. Den Betroffenen wird von einigen gesetzlichen Krankenkassen mitgeteilt, sie würden nur eine Therapie in der Parallelanlage in Heidelberg im Hinblick auf die nur dort erteilte Bestimmung nach § 116 b SGB V bezahlt bekommen, nicht aber im Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) in München. Wegen der geringen Kapazität und des eingeschränkten Behandlungsspektrums der Anlage in Heidelberg, die zudem Forschungszwecken dient, bekommen die Patienten dort in der Regel keinen oder keinen zeitnahen Termin für die Behandlung ihrer akut lebensbedrohlichen Erkrankung. Die Patienten werden durch diese Verkettung unbehandelt ihrem fatalen Krankheitsverlauf überlassen. Das RPTC könnte diese Patienten sofort bestrahlen.


Diese Situation ist begründet in einer willkürlichen Drei-Klassen-Medizin in Bayern: (1) Privatpatienten, (2) Patienten von gesetzlichen Krankenkassen mit Versorgungsverträgen mit dem RPTC von vor der Gesetzesänderung 2007 (z.B. AOK, viele BKKen u. a.) und (3) Patienten von (nicht vertragsgebundenen) gesetzlichen Krankenkassen, die auf die Bestimmung nach § 116 b SGB V dringend warten, aber diese nicht mehr erleben.


Die zögerliche Haltung des Ministeriums ist im Sinne der Patienten als völlig unverständlich einzustufen. Sämtliche Leistungsnachweise und Genehmigungen für das RPTC sind vorhanden. Der Leistungserbringer am RPTC ist zudem bereits in den Krankenhausplan des Freistaates Bayern für die stationäre Strahlentherapie (in Form der Protonentherapie) aufgenommen. Gerade bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs besteht also kein Grund, von der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeit einer Bestimmung gemäß § 116b SGB V auch für die in der Regel ambulante Protonenbestrahlung abzusehen. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Krankenkasse und der Wohnsitz darf nicht zu einem Unterscheidungskriterium bei einer Frage von Leben und Tod werden. Das Bayerische Gesundheitsministerium ist dringend aufgefordert, die Bestimmung nach § 116 b SGB V zu erteilen.


Ein Beispiel: Patientin H., geboren 1939, entdifferenziertes retroperitoneales Sarkom, intraabdominell ausgedehnt, lokal fortgeschritten, keine Fernmetastasen. Vorbestrahlung mit Röntgen 2007, erfolglos. Chemotherapie 2009 erfolglos. Röntgenbestrahlung wegen der Vorbelastung nicht wiederholbar. Operative Revision nicht erfolgversprechend. "Die Krankenkasse Barmer GEK hat uns an die Uniklinik Heidelberg verwiesen, wo die Kosten zu 100% durch diese übernommen würden." (Nach Darstellung der Homepage des Ionentherapie Center Heidelberg wird diese Tumorart derzeit dort nicht behandelt.)


NACH EINEM HALBEN JAHR HIN UND HER IST DIE PATIENTIN WEGEN DES TUMORWACHSTUMS AUCH AM RPTC NICHT MEHR BEHANDELBAR UND ANFANG DEZEMBER VERSTORBEN.


- Ursula Friedsam Rinecker Proton Therapy Center-
- Dr.Walter Glogauer Glogauer & Co.Communications-

-aps, ots DPA Tochter -

Freitag, 18. Juni 2010

Noch kein Durchbruch bei grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung?

Die EU-Gesundheitsminister feierten ihren Kompromiss zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung letzte Woche in Luxemburg als Durchbruch. Ärzte, Europaabgeordnete und Patienten mahnen jedoch Änderungsbedarf an, bevor die Richtlinie in Kraft treten kann.

„Die Rechte der Patienten werden durch die Beschlüsse des Europäischen Parlaments weit umfassender und stärker unterstützt als durch die Vorschläge der Gesundheitsminister und ich rechne daher damit, dass das Parlament im weiteren Verfahren den Ministerrat zu Abänderungen zwingen wird“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion im Europäischen Parlament (EP), der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

Das EP hatte im April 2009 in erster Lesung über das Regelwerk abgestimmt. Gegen Ende dieses Jahres wollen die Abgeordneten über den Ratskompromiss beraten. Eine Einigung mit den Ministern ist frühestens im Frühjahr 2011 möglich.

Das EP hatte unter anderem gefordert, die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit seltenen Erkrankungen zu verbessern. „Hier hat der Ministerrat nur sehr wenig getan“, so Liese. Ferner hatten die Abgeordneten deutlicher als der Ministerrat darauf gedrängt, dass ethisch umstrittene Verfahren wie DNA-Tests und künstliche Befruchtungen nur dann von der Krankenkasse erstattet werden sollen, wenn sie zu den Regeln erfolgen, die auch im Inland gelten.

„Außerdem möchten wir, dass bei einer geplanten Behandlung, die genehmigt werden muss, der Patient einen Gutschein bekommt, damit er nicht mit seinem Privatvermögen in Vorkasse treten muss“, betonte Liese.

Dies fordert auch das Europäische Patientenforum (EPF). „Ansonsten kann die große Mehrheit der EU-Bürger nicht von den neuen Vorschriften profitieren“, so das EPF. Die Europäische Verbraucherorganisation BEUC kritisierte, dass der von den Gesundheitsministern abgestimmte Kompromiss in einigen Punkten rechtlich unklar sei. Die Patienten könnten daher nicht ausreichend von den neuen Vorschriften profitieren.

Der ständige Ausschuss der Europäischen Ärzte (CPME) begrüßt, dass sich die Minister unter anderem auf eine engere Zusammenarbeit im Bereich e-health einigen konnten. Zugleich verweist der CPME darauf, dass ein von den Patienten genehmigter elektronischer Datenaustausch für die Qualität und Sicherheit der Versorgung bei Auslandsbehandlungen unerlässlich ist. © ps/aerzteblatt.de

Dienstag, 15. Juni 2010

Dresdner Netzwerk „Hirntumore“ für Translationale Forschung gegründet

Dresdner Netzwerk „Hirntumore“ für Translationale Forschung gegründet

Fachübergreifend werden unter dem Dach des Universitäts KrebsCentrums Forschung, Lehre und Krankenversorgung für Hirntumore gebündelt

08. Juni 2010

Dresden. Zu einem fachübergreifenden Netzwerk „Hirntumore“ haben sich Forscher und Ärzte des Dresdner Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus am heutigen Welthirntumortag der Deutschen Hirntumorhilfe zusammengeschlossen. Unter dem Dach des Universitäts KrebsCentrums Dresden (UCC) werden die aktuellen Forschungsprojekte gebündelt und deren Ergebnisse sollen künftig noch schneller dem Patienten helfen.


Jährlich erkranken in Deutschland laut der Deutschen Hirntumorhilfe etwa 8.000 Menschen neu an einem primären Hirntumor, davon 6.000 mit bösartigem Hirntumor. Bei über 50.000 Betroffenen anderer Krebsentitäten werden Hirnmetastasen diagnostiziert.

Bei Kindern sind die Tumoren des Nervensystems die zweithäufigste Krebserkrankung und die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Heilungschancen für Patienten mit dieser Diagnose haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert

. „Unser Ziel ist es deshalb, auf dem Gebiet der Hirntumore das Wissen und Know-how der Forscher und Kliniker über die Fachdisziplinen hinweg zu vernetzen“, erklärt die Sprecherin des Dresdner Netzwerks „Hirntumore“ und Direktorin des Instituts für Klinische Genetik der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, Prof. Evelin Schröck. „Translationale Forschungsprojekte werden nun verstärkt und zielgerichteter gemeinsam durchgeführt, um aktuelle Ergebnisse möglichst schnell in die Patientenversorgung integrieren zu können.“

Wissenschaftler und Ärzte der Forschungsgruppen nehmen regelmäßig an den klinischen Tumorboards teil, den so genannten onkologischen Ärztekonferenzen des Universitäts KrebsCentrums. Neue Biomarker werden verstärkt in die Diagnostik einbezogen und für klinische Therapiestudien genutzt.

Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die objektiv gemessen werden und auf einen normalen biologischen oder krankhaften Prozess im Körper hinweisen können. Sie erlauben eine immer gezieltere Therapie, denn sie lassen Rückschlüsse auf die Schwachstellen eines Tumors zu und liefern Hinweise dafür, welche Medikamente geeignet sind. Das steigert nicht nur den therapeutischen Erfolg, sondern es verschont auch Patienten vor belastenden und für sie unwirksamen Behandlungen.

Die Schaffung einer Hirntumor-Bio-Datenbank in Verbindung mit dem UCC-Tumorregister zählt ebenfalls zu den Aufgaben des Netzwerks. Damit wird es möglich, Ergebnisse aus Diagnostik und Forschung einfacher mit dem Verlauf der Erkrankung zu vergleichen.

Leistungsfähige Technologien, wie das „Next Generation Sequencing“, werden genutzt, um zukünftig eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie entwickeln und einsetzen zu können. Erste Projekte zwischen Mitgliedern des Netzwerks laufen bereits, zum Beispiel zur Identifizierung von Genen als Therapieziele, und weitere sind aktuell auf den Weg gebracht worden, wie die umfassende genetische Analyse aller operierten Hirntumore.

Das Dresdner UCC-Netzwerk „Hirntumore“ wurde von Vertretern des Instituts für Klinische Genetik, der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, des Bereichs Neuropathologie des Instituts für Pathologie, des Zentrums für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay, des Instituts für Immunologie, der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und der Abteilung für Neuroradiologie des Instituts und der Poliklinik für Radiologische Diagnostik gegründet.

Darüber hinaus beteiligen sich die Klinik und Poliklinik für Neurologie, die Medizinische Klinik I, der Bereich Tumorepidemiologie des Universitäts KrebsCentrums (UCC), das Institut für Medizinische Informatik und Biometrie und die Abteilung Chirurgische Forschung der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie an dem Netzwerk.


Sprecherin des Netzwerks "Hirntumore":
Prof. Dr. med. Evelin Schröck
Direktorin des Instituts für Klinische Genetik
Tel. (0351) 458-5136
E-Mail: Evelin.Schrock@uniklinikum-dresden.de



Das Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) ist bundesweit eines von elf „Onkologischen Spitzenzentren“ der Deutschen Krebshilfe e.V. Diese Auszeichnung erhielt das UCC 2007 nach einer internationalen Begutachtung als eines der ersten Spitzenzentren in Deutschland.

Das Universitäts KrebsCentrum Dresden wurde 2003 gemeinsam vom Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus als Comprehensive Cancer Center für umfassende interdisziplinäre Versorgung krebskranker Patienten, Krebsforschung und Lehre gegründet. Seit 2004 ist das UCC nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.


Im Universitäts KrebsCentrum Dresden arbeiten in sämtlichen onkologischen Disziplinen hoch spezialisierte Fachärzte zusammen, um für die einzelnen Patienten eine individuell abgestimmte, optimale multidisziplinäre Therapie zu erzielen. Viele Spezialisten sind nicht nur erfahrene Ärzte, sondern darüber hinaus als Hochschullehrer und Krebsforscher tätig. Damit ist sichergestellt, dass der modernste Wissensstand bei jedem Schritt von der Diagnostik bis zur Behandlung berücksichtigt wird.

Am Universitäts KrebsCentrum hat das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg im März 2010 eine Dresdner Außenstelle des Krebsinformationsdienstes (KID) eingerichtet, die Fragen von Patienten, Angehörigen und Ärzten in den neuen Bundesländern zum Thema Krebs unabhängig, kostenlos und fachlich fundiert beantwortet.


copyright by UCC

Freitag, 19. Februar 2010

Studie nennt Rotwein und Schokolade "Krebskiller"

Rotwein und Schokolade können neuen Forschungen zufolge Krebszellen regelrecht bekämpfen. Rote Trauben, dunkle Schokolade und Heidelbeeren, Knoblauch, Soja oder diverse Tees können Krebszellen "aushungern", sagte der Forscher William Li auf einer Konferenz in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. "Wir bewerten Lebensmittel nach ihrer Fähigkeit, Krebs zu bekämpfen", sagte Li. "Unser Essen ist unsere drei Mal tägliche Chemotherapie." Diesen Artikel weiter lesen

Die Angiogenesis Foundation aus Massachusetts habe Lebensmittel ermittelt, die chemische Substanzen enthalten, mit denen die Blutversorgung von Tumoren geradezu abgeschnitten werde. Als Beispiel nannte Li auch eine Studie der Harvard Medical School, wonach Männer, die mehrmals pro Woche gegarte Tomaten essen, 30 bis 50 Prozent weniger unter Prostatakrebs litten.

"Überall geschieht eine medizinische Revolution", sagte Li. "Wenn wir Recht haben, dann wird das Auswirkungen auf Verbraucherfortbildung, Lebensmittelherstellung, die Volksgesundheit und sogar auf die Versicherungen haben."

In Test verglichen Forscher der Foundation die Wirkung zugelassener Medikamente mit der von Petersilie, Weintrauben, Beeren und anderen Lebensmitteln. Dabei stellten sie fest, dass die Lebensmittel genauso gut oder besser gegen Krebszellen wirkten. "Für viele Menschen kann die ernährungsmäßige Behandlung von Krebs die einzige Lösung sein, denn nicht jeder kann sich Krebsmedikamente leisten."

Die krebsbekämpfenden Eigenschaften der Lebensmittel könnten auch dazu dienen, Körperfett schmelzen zu lassen, fügte Li hinzu. Denn auch Fett sei auf den Blutstrom angewiesen, den die Bestandteile dieser Lebensmittel beeinflussen.

AFP communiqué

Freitag, 6. November 2009

Private Krankenversicherung günstiger als gesetzliche???

Zwar ist die private Krankenversicherung oft günstiger als die gesetzliche, doch Prämien zwischen 300 und 500 Euro für eine Person sind keine Seltenheit. Für eine vierköpfige Familie kommen schnell 1000 Euro im Monat zusammen. Da machen sich zehn Prozent Mehrausgaben deutlich bemerkbar.
Quelle

Freitag, 2. Oktober 2009

Bundesbasisfallwert für Krankenhausleistungen vereinbart

Der GKV-Spitzenverband, der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben sich auf einen Bundesbasisfallwert (BBFW) für 2010 geeinigt. Er beträgt 2.935,78 Euro. Damit stehen auch die Korridorgrenzen für die Landesbasisfallwerte fest. Die obere Grenze beträgt 3.009,17 Euro, die untere Grenze liegt bei 2.899,08 Euro.

Trotz der Einigung fordert der GKV-Spitzenverband, den Basisfallwert für Krankenhäuser zu kürzen. „Vor dem Hintergrund, dass in diesem wirtschaftlich besonders schwierigen Jahr die Ausgaben der Krankenkassen für die Krankenhäuser um 7,5 Prozent auf rund 55 Milliarden Euro steigen, hoffen wir allerdings auf eine gesetzliche Absenkung der Basisfallwerte“, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg. Nur so könne der Ausgabenanstieg im kommenden Jahr gebremst werden.

Diese Forderung weist die DKG entschieden zurück. In der Zuwachsrate für die Kliniken sei das Hilfsprogramm enthalten, dass die Löhne und Gehälter der zusätzlichen Beschäftigten in den Krankenhäusern nachholend finanziere. „Dies nun wieder in Frage zu stellen, wäre katastrophal: Der Abbau von Arbeitsplätzen und der Verlust von Kaufkraft wäre die zwangsläufige Folge“, argumentiert DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Seiner Meinung nach wäre es geradezu grotesk, wenn Opel vier Milliarden Euro zur Sicherung von Betriebsstätten erhält und gleichzeitig den Krankenhäusern die für den Erhalt von Arbeitsplätzen notwendigen finanziellen Mittel genommen würden.

© hil/aerzteblatt.de Freitag, 2. Oktober 2009

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Krankenhaus-Fallpauschalen für 2010 verabschiedet

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der GKV-Spitzenverband und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf ein neues Fallpauschalensystems 2010 geeinigt. Nach Angaben der Beteiligten enthält der überarbeitete Katalog acht zusätzliche und damit insgesamt 1.200 verschiedene abrechenbare Fallpauschalen.

DKG, GKV-Spitzenverband und PKV sind überzeugt, damit eine sachgerechte und tragfähige Lösung gefunden zu haben, die den komplexen Anforderungen in der Krankenhausfinanzierung gerecht wird. Insbesondere die Abbildung aufwändiger Fälle sei geändert und verbessert worden. Auch die Definition von Zusatzentgelten wurde nach Aussage der Beteiligten erweitert. Für 2010 seien insgesamt 143 Zusatzentgelte vereinbart worden, 16 mehr als 2009.

Für die Ermittlung der Fallpauschalen 2010 wurden die tatsächlichen Behandlungskosten aus 225 Krankenhäusern kalkuliert. Insgesamt standen dabei Daten von über drei Millionen Krankenhausbehandlungen zur Verfügung.

© hil/aerzteblatt.de

Mittwoch, 23. September 2009

Krebsschutz durch Besonnung

Regelmäßige, moderate Besonnung trägt zum Schutz vor Brust-, Prostata-, und Kolorektalkrebs (Dick- und Mastdarmkrebs) sowie dem Non-Hodgkin-Lymphom (eine von zwei Formen des Lymphdrüsenkrebses) bei.

Zu diesem Befund kommt ein Team niederländischer Wissenschaftler um Han von der Rhee von der Den Haager Klinikgruppe "Hagaziekenhuis" und der Universität Rotterdam in einer jetzt in der Fachzeitschrift "European Journal of Cancer Prevention" veröffentlichten Studie. In ihrem Beitrag weisen von der Rhee und seine Kollegen zudem darauf hin, dass die öffentliche Wahrnehmung mit Blick auf die Wirkung von Besonnung dem aktuellen Stand der Wissenschaft hinterherhinke.

"Die Arbeit der niederländischen Forscher zeigt einmal mehr, dass Besonnung positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit hat. Die potentiellen, mit einer Überdosierung verbundenen Risiken der Besonnung sind einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dagegen finden die gesundheitsfördernden Aspekte moderater Besonnung im Freien oder unter dem Solarium regelmäßig zu wenig Eingang in das öffentliche Informationsangebot", erläutert Ad Brand vom Sunlight Research Forum (SRF).

Für seine Studie hatte das niederländische Forscherteam die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die sich dem Zusammenhang zwischen Besonnung und inneren Krebserkrankungen widmen,systematisch aufgearbeitet und ausgewertet.

Das Sunlight Research Forum (SRF) ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in den Niederlanden. Ihr Ziel ist es, die neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Effekte maßvoller UV-Strahlung auf den Menschen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der vollständige Beitrag "van der Rhee, Han; Coebergh, Jan Willem; de Vries, Esther: Sunlight, Vitamin D and the Prevention of Cancer: A Systematic Review of Epidemiological Studies; in: European Journal of Cancer Prevention" findet sich auf der SRF-Webseite www.sunlightresearchforum.eu zum Download.

Ad Brand
Sunlight Research Forum (SRF)

www.sunlightresearchforum.eu


-apa, ots -

Sonntag, 16. August 2009

Wie gefährlich ist Gehirn-Doping?

In letzter Zeit wird immer häufiger ¸ber "Gehirn-Doping" berichtet. Damit ist gemeint, dass gesunde Menschen ihre Stimmung oder ihr Durchhaltevermögen mit Substanzen verbessern, die eigentlich für Kranke gemacht sind.

Zum Beispiel Anti-Depressiva oder Aufputschmittel. Die Ärztin, Psychiaterin und Psychologin Isabella Heuser arbeitet im Auftrag des Bundesforschungsministerium an einer Studie zu diesem Thema.

"Die Substanzen sind kein Teufelzeug", so Heuser im Interview mit der Frauenzeitschrift "FÜR SIE"(18/09; EVT: 18. August). Das eigentlich Fatale sei nur, dass wir die Nebenwirkungen nicht kennen.

"Sollte es irgendwann ganz sicher sein, dass die Einnahme von diesen Medikamenten bei gesunden Menschen wirklich nicht gesundheitsscheidlich ist, dann würde eigentlich nichts dagegen zu sagen."


Die Vorteile der Mittel: "Gesunde können mit Anti-Depressiva den Alltag besser meistern. Sie werden ruhiger und ausgeglichener", sagt Heuser, die aber auch vor den Nebenwirkungen wie Übelkeit oder einem veränderten Blutdruck warnt.

"Und wir wissen nicht, was ein Langzeitgebrauch dieser Wirkstoffe bei Gesunden auslöst." Es bestünde immer die Gefahr, dass man die Mittel täglich nehmen möchte. "Deshalb warne ich davor, sich die Medikamente im Internet oder an der nächsten Straßenecke zu besorgen", so Heuser.

FÜR SIE berichtet in der naechsten Ausgabe


-apa, ots -

Mittwoch, 15. Juli 2009

Deutschland steht mit dualem Kassensystem in Europa allein da

Deutschland steht mit seinem System eines dualen Systems aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen europaweit mittlerweile alleine da. Eine ähnliche Aufteilung habe es zuletzt nur noch in den Niederlanden gegeben, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung.

Doch auch in den Niederlanden seien beide Versicherungssysteme 2006 integriert worden. Unter den entwickelten Industriestaaten verfügten nur noch die USA über vollkommen unterschiedliche Versicherungssysteme für die Krankenvollversicherung.

Für die Abkehr von der „dualen“ Struktur gebe es gute Gründe, urteilten die Forscher des stiftungseigenen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts. Denn die für Versicherte mit hohem Einkommen, Selbständige und Beamte bestehende Möglichkeit, aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Versicherung (PKV) zu wechseln, führe zu einer „negativen Auslese“, schreiben die Wissenschaftler.

Insbesondere gesunde junge Singles mit hohen Einkommen entzögen sich dem gesetzlichen Solidarsystem. Menschen mit mittleren oder unteren Einkommen, chronisch Kranke und Versicherte mit vielen Kindern bleiben in der GKV. Es bestehe „die massive Gefahr von Unter- und Fehlversorgung“, durch die vermeidbare gesundheitliche Schäden entstünden.

Als leicht umsetzbare Reform wird ein Modell vorgeschlagen, in dem für alle Krankenversicherungen die gleichen Regeln gelten. So gäbe es keine systematischen Wettbewerbsvor- oder -nachteile für einen bestimmten Versicherungstyp. „Ein solches Modell wäre auch mit dem neu eingeführten Gesundheitsfonds kompatibel“, schreiben die Gesundheitsexperten.

Der Staat würde dann einen Mindestkatalog der von der Standardversicherung abzudeckenden medizinischen Leistungen vorgeben. Den Versicherungsträgern stünde es frei, ihren Mitgliedern weitere, extra zu bezahlende Leistungen anzubieten.

© afp/aerzteblatt.de dpa

Weitere Informationen unter http://www.boeckler.de/169_95666.html

Freitag, 12. Juni 2009

Ärzte verweigern Behandlung aus Kostengründen

Von Christoph Seidler

77 Prozent der deutschen Klinikärzte haben ihren Patienten schon einmal sinnvolle Behandlungen verweigert - aus Kostengründen, wie eine Umfrage der Uni Tübingen ergab. Das Gesundheitsministerium bestreitet, dass das Problem überhaupt existiert.

Tübingen - Niemand ist gern krank. Und wer mit Gesundheitsproblemen im Krankenhaus liegen muss, hofft - natürlich - auf die optimale Behandlung. Eine neue Studie legt nun aber nahe, dass Patienten diese hierzulande längst nicht immer bekommen. Ein Team von Medizinethikern hat im vergangenen Jahr einen Fragebogen an mehr als 1000 repräsentativ ausgewählte Intensivmediziner und Kardiologen verschickt. In der aktuellen Ausgabe der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichten die Wissenschaftler von den Ergebnissen - und die sind alles andere als beruhigend.


Chirurgenteam: "Rationierungen sind unvermeidlich - und finden statt!

Von den 507 Klinikärzten, die den Fragebogen beantwortet haben, gaben 77 Prozent an, sie hätten einem Patienten bereits eine sinnvolle Behandlung aus Kostengründen vorenthalten. 13 Prozent erklärten gar, sie täten dies öfter als einmal pro Woche. Bei den Kardiologen lagen die Zahlen höher als bei den Intensivmedizinern (17 Prozent gegenüber 10 Prozent). Befragte an privaten Krankenhäusern berichteten häufiger von der Verweigerung effektiver, aber teurer Behandlungen oder Medikamente. "Rationierungen sind unvermeidlich - und sie finden statt", sagte Georg Marckmann, einer der Studienautoren von der Universität Tübingen, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Ähnlich hatte sich bereits Ärztekammerpräsident Dietrich Hoppe geäußert: "Wer behauptet, die umfassende Gesundheitsversorgung sei sicher, der sagt schlicht und einfach nicht die Wahrheit", sagte Hoppe im Mai beim Deutschen Ärztetag. Für seine Forderung nach einer Prioritätenliste für medizinische Leistungen musste er sich heftige Kritik gefallen lassen.


Forscher Marckmann stößt sich nicht unbedingt an der Tatsache, dass nicht in jedem Fall die teureren und potentiell besseren Medikamente verordnet werden. Stattdessen beklagt er, dass die Mediziner mit der Entscheidung darüber allein gelassen würden - bei jedem Patienten aufs Neue. "Es hängt sehr davon ab, welche Leistungen vorenthalten werden. Der Arzt soll nicht im Einzelfall entscheiden müssen."

Stattdessen schlagen Marckmann und seine Kollegen sogenannte kostensensible Leitlinien für Mediziner vor. In ihnen sollten neben der Wirksamkeit auch die Kosten eines Medikaments eine Rolle spielen. Mit solchen Leitlinien, so Marckmann, ließen sich Rationierungen auch ethisch begründen: "Weil man Rationierung verteufelt, wird eine konstruktive Diskussion darüber verhindert." Die Politik müsse endlich öffentlich eingestehen, dass nicht genug Geld im System sei. Die aktuelle Studie belege das klar. Allerdings sei es falsch, noch mehr Geld in das ohnehin schon gut finanzierte deutsche Gesundheitssystem zu stecken; nötig seien Entscheidungshilfen.

Nach Meinung der beteiligten Forscher zeigen die Ergebnisse der Studie, dass Ärzte es nicht grundsätzlich ablehnen, Verantwortung für Rationierungen zu übernehmen. Allerdings hätten sich drei Viertel der Befragten für eine generelle Regelung ausgesprochen.

"Ansonsten wäre das ein Fall für die Aufsicht"

Im Bundesgesundheitsministerium löst die Studie wenig Begeisterung aus - kein Wunder, schließlich bemüht sich das Haus von Ulla Schmidt (SPD) tunlichst darum, in der Bevölkerung keine Angst vor einer Zweiklassenmedizin aufkommen zu lassen. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE verweist eine Ministeriumssprecherin darauf, dass genügend Geld zur Verfügung stehe: "Die Regierung hat die Mittel sowohl für die ambulante als auch für die stationäre Versorgung in diesem Jahr deutlich erhöht."

Per Pressemitteilung verkündet das Ministerium am Freitag die Erfolge des Gesundheitsfonds. Demnach stehen den Kassen in diesem Jahr rund 167,6 Milliarden Euro für die Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung. Selbst bei vorsichtiger Einschätzung spreche alles dafür, dass die Krankenkassen ihre Kosten zu 100 Prozent decken könnten.

Der Gesetzgeber, so heißt es aus dem Ministerium, habe dafür gesorgt, dass sogenannte leistungsgerechte Budgets für akutstätionäre Leistungen verhandelt werden könnten. Im Übrigen seien Ärzte sogar verpflichtet, medizinisch notwendige Leistungen zu erbringen: "Ansonsten wäre das ein Fall für die Aufsicht."

Mit Material von dpa Spiegel online http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,630159,00.html#ref=nldt